Donnerstag, 8. März 2012

Flattr

...oder: konsumieren und beitragen

Ich habe schon seit Längerem einen Blogbeitrag in den Entwürfen liegen, in dem es um das Feedback im Internet geht. Ausgangspunkt war eine Debatte mit der @Ertraeglichkeit und anderen auf einem von Christoph Deegs Social Media Gaming Barbecues. Es ging um verschiedene Publikationskanäle und deren Vor- und Nachteile, speziell beim Thema Feedback. Speziell waren Blogs, Facebook, Twitter und Google+ in den Ring geworfen worden und sollten dort einen Sieger unter sich ausmachen.
Die Ertraeglichkeit führte während des Kampfes an, dass laut Jakob Nielsen auf Blogs nur 5% der Leser Feedback hinterlassen (und das sehr selten), während sich der Löwenanteil von 95% rein passiv über das Lesefutter freut. Wer mehr darüber lesen will, sei auf diese Seite von Herrn Nielsen verwiesen. Damit waren die Blogs in puncto Feedback schon einmal aus dem Rennen.
Infolge dieser Diskussion entstand auch bei mir der erwähnte Artikel-Entwurf "Feedback-Woche", der im Stile eines Selbstversuches dokumentieren soll, was ich so alles in einer Woche lese und was ich darüber denke.
Es ist nun für einen Blogger kleiner bis mittlerer Popularität unglaublich schwer, vernünftiges Feedback zu seinen Arbeiten zu bekommen. Natürlich sind Besucherzahlen ein Mittel, aber die sagen nichts über die Qualität der Artikel aus - manche Dinge klickt man an, um sie nie wirklich zu lesen. Kommentarfelder unter Blogs werden - das können die meisten Leser wohl bestätigen (wenn nicht: auch dieser Blog bietet Kommentarfelder an!) - selten zu nutzbarem Feedback genutzt, wenn man nicht gerade netzpolitik heißt. Über differenzierte Auseinandersetzung mit Inhalten in Kommentaren (kleiner und mittlerer Blogs) möchte ich hier nicht schreiben, denn ich möchte mich nicht mutwillig der Lächerlichkeit preisgeben.
Auch an einem eigenen Nutzungsverhalten kann ich das gut festmachen: Ich kommentiere eigentlich nie direkt in Blogs, in großen Medien schon per se nicht (denn dort teilen sich Unqualifizierte, Bullshit, Spam und Trolle die Kommentare auf).
Wenn ich Feedback zu einem Artikel abgebe, dann tue ich dies wenn ich den Artikel per Link empfehle - auf Twitter oder Google+. Am Rande empfehlen möchte ich hier das relativ neue Startup QUOTE.fm, das sich auf genau dies spezialisiert hat.

Nun hat der aufmerksame Leser - so er denn existiert und nicht per Feed mit diesem Beitrag gefüttert wird - vielleicht schon den Titel dieses Beitrags bemerkt. Da steht "Flattr", und das reiht sich zusammen mit den vorangegangenen Erläuterungen in den Themenkomplex Feedback ein.
Flattr ist eine andere Form des Feedbacks, und ich habe kürzlich aus genau diesem Grund dort ein konto eingerichtet. Bei Flattr legt man (liebe Genderfanatiker, verzeiht mir diesen Ausdruck, auch heute am Weltfrauentrag ist es albern) einen monatlichen Betrag - echtes Geld! - fest, der am Monatsende unter genau jenen Bloggern, Musikern und sonstigen Flattr-Teilnehmern aufgeteilt wird, die im Laufe des Monats für seine Inhalte mit einem Klick auf die gleichnamigen Buttons belohnt wurden. Dabei kann man einzelne Artikel/Musikstücke flattrn, aber auch ganze Blogs. Sogar einzelne Tweets kann man (mit der diensteigenen Browser-Erweiterung) flattrn.
Ich nehme nur an diesem Programm teil um etwas zurückzugeben an jene, die ich gerne lese bzw. höre. Gleichzeitig kann ich auch bei meinen eigenen Ergüssen Flattr-Buttons platzieren. So ist auch dieses Blog ist mit den unvermeidlichen Buttons ausgerüstet. Außerdem kann meine geehrte Leserschaft mein Musikprojekt FlauschGAU und meine Ergüsse auf Twitter flattrn, wenn sie die Erweiterung installiert hat. Ich habe nicht die Absicht (geschweige denn die realistische Aussicht), hiermit Geld zu verdienen. Vielmehr will ich die wenigen eventuellen Cents, die dabei vielleicht zusammenkommen, bei Flattr belassen und zusätzlich zu meinen eigenen Einzahlungen den von mir Geflattrten zugute kommen lassen.

Falls sich der ein oder andere Leser mit dem nötigen Kleingeld (in diesem Falle nicht einmal ironisch gebraucht) dazu berufen fühlt, Blogger und andere für ihre in ihre Projekte gesteckte Arbeit zu entlohnen, so kann ich ihm (oder ihr) den Dienst nur empfehlen. Das einzige Manko ist die finanzielle Anbindung an den Online-Bezahldienst Moneybookers, um den man zum Aufladen des Flattr-Kontos kaum herum kommt.

NACHTRAG:
Es gibt, wie es mittlerweile in meinem Blog schon fast üblich ist, noch einen Nachtrag zu diesem Beitrag: KLICK MICH!        Du Sau!


Checkliste:
- Subtile Wortspiele und Meta-Wortspiele unterbringen
- Links zum weiterlesen setzen
- Als toller Early Adopter rüberkommen
- Den Einsatz von flattr in ein großes Umfeld einordnen, um nicht als gieriger Killerkapitalist zu erscheinen
- Am Weltfrauentag Genderfanatiker bashen, was gaaanz bestimmt doppelt weh tut #nicht

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